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Bericht des Präsidenten 2003
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zur Generalversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Ergonomie am 24. März 2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
Der Vorstand hielt im vergangenen 5. Vereinsjahr 5 Sitzungen ab, deren Arbeit verschiedene neue
Entwicklungen, Angebote für die Mitglieder und politische Arbeit zur Folge hatten. Die für 2003
geplanten Vorhaben konnten fast ausnahmslos realisiert werden. Um die grossen Themenvielfalt und
in der Schweiz gegenwärtig zahlreich aufkeimenden Aktivitäten im Bereich der Ergonomie optimal
mitgestalten zu können, führte der Vorstand am 19. - 20. Dezember 2003 eine Klausurtagung durch,
welche am 4. März 2004 fortgesetzt wird. In dieser wird gegenwärtig eine Standortbestimmung vorgenommen
und die künftige Ausrichtung und Gewichtung der Verbandsaktivitäten sowie die Organisation
des Vorstands überprüft. In der noch anhaltenden Diskussion sollen Entscheide über deren künftige
Ausgestaltung getroffen werden.
Für einen attraktiveren Publikumsauftritt der SwissErgo wurde die Firma Ramage damit beauftragt, die
Website der SwissErgo neu zu gestalten. Diese wurde zudem um eine "Toolbox" erweitert, in welcher
nun verschiedene für die Praxis nützliche Arbeits-, Informations- und Hilfsmittel zur Verfügung stehen.
Kontakte mit Behörden
Die Nationale Gesundheitspolitik Schweiz - eine Projektgruppe für den politischen Dialog im Gesundheitswesen
zwischen Bund und Kantonen - lud die SwissErgo zur Teilnahme an ihrer Arbeitstagung
ein, welche am 18. September 2003 in Aarau zum Thema "Arbeit und Gesundheit - Hin zu gemeinsam
getragenen Strategien" stattfand. Unsere Gesellschaft wurde damit aufgefordert, im Entwicklungsprozess
und bei der Umsetzung einer von vielen Akteuren gemeinsam getragenen Strategie
einen Beitrag zu leisten. Die SwissErgo wurde auch von der Eidgenössischen Koordinationskommission
für Arbeitssicherheit (EKAS) zur Teilnahme an ihrer Arbeitstagung am 11. und 12. November
2003 in Luzern zum Dialog mit den Akteuren im Bereich der Arbeitssicherheit eingeladen. Zudem
wurde ihr die Möglichkeit gegeben, sich mit einem Artikel in ihrem Mitteilungsblatt zu portraitieren.
"Ergonomin" und "Ergonom" sind in der Schweiz keine amtlich geschützten Berufsbezeichnungen. Mit
dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) wurde deshalb ein Sondierungsgespräch
über die Möglichkeiten eines solchen Schutzes geführt. Gemäss dem BBT sollte ein solcher
grundsätzlich möglich sein, und die SwissErgo kann beim BBT einen entsprechenden dem Art. 28 des
Berufsbildungsgesetzes (BBG) resp. den Art. 24 - 26 der Berufsbildungsverordnung (BBV) konformen
Antrag einreichen. Ergonominnen und Ergonomen sind auch keine amtlich anerkannten Fachkräfte im
Rahmen der gesetzlichen Prävention von Betriebsunfällen und Berufskrankheiten (ASA), obwohl sich
die Verordnung über die Eignung von Spezialistinnen und Spezialisten der Arbeitssicherheit (EigV)
neben dem Art. 83 UVG auch auf den Art. 40 ArG abstützt. Seit 2001 wird zudem in den Art. 27 und
32a VUV im Rahmen der Vorschriften über die Massnahmen zur Arbeitssicherheit direkt auf die Ergonomie
(Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz, ArGV 3) verwiesen. Aus diesem Grund stellte die SwissErgo
an die Arbeitsgruppe Eignungsverordnung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) die folgenden
beiden Anträge:Anträge:
- Einsitz der SwissErgo in der Arbeitsgruppe EigV des BAG
- Änderung der EigV im Sinne einer Anerkennung qualifizierter Ergonominnen und Ergonomen als
Spezialistinnen und Spezialisten der Arbeitssicherheit
Die Anträge wurden vom BAG entgegengenommen und erfreulicherweise für die Sitzung der Arbeitsgruppe
EigV am 11.
März 2004 traktandiert.
Um bei der Entwicklung neuer oder Änderung bestehender rechtlicher Grundlagen im Bereich des
Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz frühzeitig Einfluss nehmen zu können, äusserte die SVAAA
gegenüber dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) den Wunsch, in der Vernehmlassung von
Änderungen des Arbeitsgesetzes, insb. seiner Verordnungen 3 und 4, begrüsst zu werden. Das Begehren
wurde vom Leistungsbereich Arbeitsbedingungen des seco positiv aufgenommen, und die
SwissErgo wird bei den entsprechenden Vernehmlassungen künftig via SVAAA berücksichtigt.
Kontakte mit Verbänden und anderen Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen
Für eine bessere Vernetzung und Planung gemeinsamer Aktivitäten mit anderen europäischen Ergonomie-
Fachgesellschaften ist die SwissErgo dem am 7. Mai 2003 gegründeten Europäischen Dachverband
der Ergonomie-Gesellschaften, Federation of European Ergonomics Societies (FEES),
beigetreten.
Unser Vorstandsmitglied Andreas Martens wurde am 20. Juni 2003 von den Vorständen aller SVAAASektionen
als Delegierter der SVAAA im FocalPointCH der Europäischen Agentur für Sicherheit
und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gewählt, dessen Vorsitz unser Vorstandsmitglied Maggie
Graf inne hat. In den Diskussionen leistete er einen Beitrag für die Koordination der Aktivitäten des
FocalPointCH mit jenen der SVAAA, insbesondere im Zusammenhang mit der Planung des jährlichen
Schwerpunktprogramms dieser Europäischen Agentur. Für die Europäische Woche im Oktober dieses
Jahres wählte sie den Schwerpunkt "Sicherheit und Gesundheitsschutz im Baugewerbe".
Eine weitere Möglichkeit für eine europäische Vernetzung bildet das 2001 gegründete European Network
of Safety and Health Practitioners Organisations (ENSHPO), ein europäisches Netzwerk der
Organisationen von Praktikern im Bereich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz.
Die SVAAA prüft gegenwärtig ihren Beitritt, und - wie die Mehrheit der SVAAA-Sektionen -
unterstützt die SwissErgo diesen unter den Bedingungen eines vorläufig befristeten Engagements mit
Kosten-Nutzen-Kontrolle und einer geringen finanziellen Belastung.
Entsprechendend dem Antrag des von Maggie Graf geleiteten schweizerischen Zertifizierungskommitees
des Centre für Registration of European Ergonomists (CREE), wurden 3 weitere Ergonominnen
und Ergonomen vom CREE als Eur.Erg. zertifiziert. Damit stieg die Zahl der Eur.Erg. in der
Schweiz auf 15 an.
Der Vizepräsident der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA), Prof. Dr.-Ing. Kurt Landau, fragte
die SwissErgo für eine engeren Zusammenarbeit der SwissErgo an, sowie für künftige Beiträge in der
Zeitschrift für Arbeitswissenschaft (ZfA). Die Anfrage wurde begrüsst und positiv beantwortet. Unser
Mitglied PD Dr. Marino Menozzi wurde 2003 in den Vorstand der GfA gewählt, und ein weiteres Mitglied,
Dr. Christoph Schierz, koordiniert die Zusammenarbeit mit der ZfA.
Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz entwickelte eine web-basierte Datenbank für die Schaffung
einer Informationsplattform und Vernetzung der schweizerischen Akteure im Bereich der Gesundheitsförderung
(www.healthorg.ch). Die SwissErgo wurde bereits im gegenwärtigen Pilotbetrieb
als eine im Bereich der Gesundheitsförderung aktive Organisation aufgenommen.
Die SwissErgo wurde von der Arbeitsgruppe Ergonomie der Schweizerische Unfallversicherungsanstalt(SUVA) im Hinblick auf die Möglichkeit einer künftig engeren Zusammenarbeit dazu eingeladen,
ihre Ziele, Aktivitäten und Pläne zu präsentieren. Das Treffen fand am 13. Januar in Luzern statt,
und bei dieser Gelegenheit präsentierte die Arbeitsgruppe Ergonomie ihrerseits ein Projekt für die
Prävention arbeitsbedingter muskuloskelettaler Gesundheitsbeschwerden. Die Möglichkeiten einer
Kooperation werden in der Folge näher erörtert.
Organisation und Durchführung bzw. Mitwirkung an Kursen, wissenschaftlichen Tagungen,
Vorträgen und Betriebsbesichtigungen
Am Nachmittag des 17. Dezember 2003 fand der von unserem Vorstandsmitglied Jürg Bühler und
seinem Arbeitsteam organisierte und erlebnisreiche ERFA-Tag bei der F. Hoffmann-La Roche AG in
Basel statt, an welchem 24 Mitglieder teilnahmen. In dessen Rahmen wurden verschiedene Diplomarbeiten
des Lehrgangs ErgonPT für Betriebsphysiotherapeutinnen und -therapeuten präsentiert und
bei einem geführten Rundgang die Arbeitsbedingungen in der Abteilung "Tierhaltung" der F. Hoffmann-
La Roche AG vorgestellt und diskutiert.
Auf Einladung der SVAAA fand am 15. Januar an einem runden Tisch zum Thema "Arbeitszeitbedingungen
- Gesetz und Umsetzung" ein fachlicher Austausch zwischen Mitgliedern aller SVAAASektionen
und der Leitung des seco-Ressorts Arbeitnehmerschutz statt. Die Diskussionsplattform bot
den 22 Teilnehmenden die Gelegenheit für einen offenen Informations- und Erfahrungsaustausch.
Am 24. März 2004 findet im Rahmen der GfA-Frühjahrstagung 2004 in der ETH Zürich der von der
SwissErgo organisierte Workshop "Interkulturelle Aspekte der Ergonomie" sowie das Tutorial "Ausbildung
und Zertifizierung von professionellen Arbeitswissenschaftlern ("European Ergonomists")" statt,
an dessen Durchführung die SwissErgo beteiligt ist.
Die am 17. Januar während der Gesundheitsmesse Bern 2004 mit Beteiligung der SwissErgo vorgesehene
Podiumsdiskussion zum Thema "Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und in der Freizeit"
wurde auf 2005 vertagt.
Förderung der Ergonomie durch Beiträge zur Wissensvermehrung und zur Berufsausübung
auf professionellem Niveau
Die Zeitschrift für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (IZA) verfügt neu über einen redaktionellen
Beirat der SVAAA, um die Qualität der im Verbandsorgan publizierten Fachartikel zu gewährleisten.
Dr. Christoph Schierz wurde vom Vorstand der SwissErgo als Delegierter gewählt und Markus
Reichert sowie Sandrine Kurth werden ihn bei der Erfüllung dieser Aufgabe unterstützen.
Das Institut Universitaire Romand de Santé au Travail (IST) widmete eine Ausgabe seiner Publikation
Spécial ist dem Schwerpunktthema "Cartes d'identité : Ergonomes", in welcher gleich mehrere Mitglieder
der SwissErgo mit einem Artikel einen wertvollen Beitrag leisteten.
Die kleine Ergonomiefibel, welche Sie mit der Einladung zur Generalversammlung zugestellt erhielten,
soll Sie bei Ihrem Engagement für die Verbesserung der Ergonomie in der Arbeitswelt und von Produkten
ein wenig unterstützen.
Ich bin überzeugt, dass mit diesen Aktivitäten dazu beigetragen wurde, die Ergonomie in der Schweiz
zu fördern und besser zu verankern, und damit auch die SwissErgo zu stärken.
Unseren Vorstandsmitgliedern danke ich für die fruchtbare Zusammenarbeit, welche von einer konstruktiven
Diskussion und Zusammenarbeit geprägt war.
Dr. Joseph A. Weiss
Präsident SwissErgo
Zürich, den 25. Februar 2004
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