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Ergonomie: Was ist das?

Ergonomie ist ein häufig verwendetes Schlagwort, welches wesentlich mehr als die anatomische Anpassung von Tischen, Stühlen oder Arbeitsmitteln umfasst. Hier einige Erläuterungen zu diesem Begriff:
Definition
Der Rat des Internationalen Gesellschaft für Ergonomie (IEA) verabschiedete im August 2000 eine offizielle Definition der Ergonomie:

Die Ergonomie (oder human factors) ist die wissenschaftliche Disziplin, welche sich mit dem Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Menschen und anderen Elementen eines Systems beschäftigt sowie die berufliche Tätigkeit, welche die Theorie, Prinzipien, Daten und Methoden zur Gestaltung anwendet, um das menschliche Wohlbefinden und die gesamte Systemleistung zu verbessern.

Ergonomen tragen dazu bei Aufgaben, Arbeiten, Produkte, Umgebungen und Systeme so zu gestalten und zu evaluieren, damit diese den Bedürfnissen, Fähigkeiten und Einschränkungen der Personen entsprechen.

Vom griechischen ergon (Arbeit) und nomos (Gesetze) abgeleitet - um die Arbeitswissenschaft zu benennen - ist die Ergonomie eine systemorientierter Wissenschaftszweig, welcher sich heute über alle Aspekte der menschlichen Aktivität ausdehnt. Praktizierende Ergonomen müssen über ein breites Verständnis bzgl. des gesamten Bereiches des Wissenschaftszweiges verfügen. Somit fördert die Ergonomie einen holistischen Ansatz, welcher Überlegungen zu physischen, kognitiven, sozialen, organisatorischen, umgebungsbedingten und anderen relevanten Faktoren berücksichtigen. Ergonomen arbeiten oft in besonderen Branchen oder Anwendungsgebieten. Diese Anwendungsgebiete sind nicht klar abgrenzbar und entwickeln sich fortwährend: neue werden erschaffen und alte nehmen neue Perspektiven an.
Fachbereiche
  • Die physische Ergonomie befasst sich mit anatomischen, anthropometrischen, physiologischen und biomechanischen Eigenschaften des Menschen, dies im Zusammenhang mit der körperlichen Aktivität. (Betroffene Themen sind u.a. Arbeitshaltungen, Handhaben von Material, repetitive Bewegungen, arbeitsbezogene muskuloskelettale Beschwerden, Arbeitsplatzgestaltung, Sicherheit und Gesundheit.)
  • Die kognitive Ergonomie befasst sich mit mentalen Prozessen, wie z.B. Perzeption, Erinnerung, logisches Denken und Bewegungsreaktionen, dies im Zusammenhang mit Interaktionen zwischen Menschen und anderen Systemelementen. (Betroffene Themen sind u.a. mentale Arbeitsbelastung, Treffen von Entscheidungen, Geschicklichkeitsleistung, Mensch-Computer-Interaktion, menschliche Zuverlässigkeit, Arbeitsstress und Training, dies im Zusammenhang mit der Mensch-System-Gestaltung.)
  • Die organisationale Ergonomie befasst sich mit der Optimierung soziotechnischer Systeme, inkl. ihrer organisatorischen Strukturen, Verfahrensweisen und Prozesse. (Betroffene Themen sind u.a. Kommunikation, Ressourcenmanagement der Belegschaft, Arbeitsgestaltung, Arbeitszeitgestaltung, Teamarbeit, Mitwirkungsgestaltung, kooperative Arbeit, neue Arbeitsparadigmen, virtuelle Organisationen, Telearbeit und Qualitätsmanagement.)